Am 16. März stellen Bruder Jakobus Kaffanke und Pilgerführer Hugo Bechinger “Jakobspilger in Pfullendorf” vor. Sie berichten sowohl über die Tradition der Einheimischen als auch über die Gäste, deren Weg über die traditionelle Pilgerstation Pfullendorf im Linzgau führte.
Ort: Galerie im Grünen Haus, Alte Postgasse 12, 88630 Pfullendorf
Zeit: 16. März 2010, 19.30 Uhr
mit: Br. Jakobus Kaffanke, Hugo Bechinger
Der heilige Meinrad im Altar der Pfarrkirche von Vilsingen
Wer sich von Tübingen auf dem Jakobsweg Richtung Konstanz und weiter zum Kloster Maria Einsiedeln auf den Weg macht, bewegt sich zugleich entlang der Lebensstationen des Hl. Meinrad (* um 797 in Sülchen; † 21. Januar 861 in Einsiedeln). Der Weg von Rottenburg bis in die Benediktinerabtei könnte eigentlich auch Meinradsweg genannt werden.
Meinrad von Sülchen
Sein namensgebender Geburtsort Sülchen bzw. das Sülchgau ist lokal im wesentlichen das Gebiet der heutigen Stadt Rottenburg. Erhalten geblieben ist diese Bezeichnung in der Sülchenkirche, der Grablege der Rottenburger Bischöfe. Auch das noch junge St. Meinrad Gymnasium in Rottenburg erinnert an den heiligen Benediktiner und seinen späteren Beruf als Lehrer. Er selbst verliert Familie und Heimatregion früh.
Meinrad von Reichenau
Als etwa Fünfjährigen bringt ihn sein Vater in die Klosterschule auf der Reichenau. Nach seiner Schulzeit studiert er die Heilige Schrift und wird mit 25 Jahren zum Priester geweiht. Auf Anraten seines Onkels, dem Abt Erlebald, tritt er ins Kloster Reichenau ein und legt die Profess ab. Sein Abt schickt ihn in das Priorat Benken am Zürichsee, wo er an der Klosterschule unterrichtet. Doch sein Bedürfnis nach Einsamkeit und Gebet lässt ihn zunehmend an einen Gang in eine Einsiedelei denken. Nach reiflicher Prüfung und mit der Erlaubnis seiner Oberen gründet er auf der anderen Seite des Sees, auf dem Etzelpass, seine erste Klause. Schnell erkennen die Menschen seine geistlichen Fähigkeiten und suchen seinen Rat. Daneben versorgt er Bedürftige.
Du gehst durch die Wüste in deiner Hütte,
hast Himmel und Meer in ihr eingefangen.
Heiliger Meinrad,
du bist in die Mitte,
in Ursprung und Ziel allen Seins eingegangen,
Gott, dem Dreieinen, zu Lob und Preis.
Von Sternen und Winden lernst Du das Rauschen
auf Himmel und Meer, die im Innern sangen.
Gott wohnt ja immer
im heimlichen Rauschen.
So hast du im Schweigen die Weisung empfangen,
Ihm, dem Dreieinen, zu Lob und Preis.
Du bist, an den stetn Tod hingegeben,
durch Himmel, durchs Meer dunklen Leids gegangen.
heute umbraust ein Geläut’
und ein Leben dein Grab,
wo sie Jahre und Zeiten durchdrangen,
Gott, dem Dreieinen, zu Lob und Preis. Amen.
Hymnus aus der Abtei Münsterschwarzach
Meinrad von Einsiedeln
Doch durch diesen Erfolg gerät sein Ziel, verstärkt für Gebet und Schriftlesung zu leben, ins Hintertreffen. Er zieht sich noch weiter zurück in den Finsterwald, wo er am Rande einer Lichtung seine zweite Einsiedelei errichtet. Sie ist schwerer zugänglich, so dass die Zahl seiner Gäste und sein Gebetsleben nicht in dem Maße in Konflikt gerät wie auf dem Etzel. Sein geistliches Leben ist geprägt von strenger Askese nach dem Vorbild der alten Wüstenmönche. Seine Abgeschiedenheit ist für den weltlichen und kirchlichen Zeitgeist gleichermaßen ungewöhnlich. Dennoch strahlt sein Leben zurück in die Welt. Sowohl in die Ratsuchenden und Hilfsbedüftigen als auch in sein Professkloster auf der Reichenau.
Ermordung Meinrads
Sein Gleichmut gegenüber Eigentum verhindert nicht, dass er viele Geschenke erhält. Gerüchte über Schätze in seiner Klause entstehen. Nach 26 Jahren in der Einsamkeit suchen ihn der Legende nach am 21. Januar 861 trotz der unwirtlichen Jahreszeit zwei Männer auf. Er durchschaut sie, bewirtet sie dennoch und wehrt sich nicht. Sie erschlagen ihn aus Habgier.

Eine Keule als Attribut erinnert an seine Ermordung. Doch die Mörder kommen nicht davon. Meinrad lebt mit Raben in seiner Einsiedelei. Zwei von ihnen folgen den Schuldigen, bis sie erkannt, verhaftet und zum Tode verurteilt werden. Daran erinnern bis heute die Raben im Wappen von Kloster und Stadt Einsiedeln. Das Wirken des Heiligen Meinrad führte an der Stelle seiner Einsiedelei zur Gründung des Klosters Maria Einsiedeln. An seinem Todestag wird sein Gedenken gefeiert.
Lesetipps
Andrea Bachmann aus Tübigen lädt wieder zu einer Pilgerei rund um Tübingen ein.
Samstag, 30. Januar 2010
Von Neckartailfingen nach Tübingen
Von der schönen romanischen Martinskirche in Neckartailfingen mit ihren beeindruckenden Wandmalereien führt uns der Weg über den Einsiedel und das ehemalige Zisterzienserkloster Bebenhausen nach Tübingen. Eine durchaus sportliche Herausforderung mit viel Kunst und Geschichte in schöner Landschaft. Wir treffen uns um 8.30 Uhr vor der Martinskirche in Neckartailfingen. Bahnfahrer aus Tübingen können sich um 7.15 Uhr am Hauptbahnhof Tübingen (Haupteingang) treffen.
Sonntag, 31. Januar 2010
Von Tübingen nach Rottenburg
Am nächsten Tag geht es weiter, über den Spitzberg, die Wurmlinger Kapelle und den Rottenburger Dom bis zur Wallfahrtskiche im Weggental. Lassen Sie sich ein auf einen Weg, der Sie bewegen wird und auf das Erlebnis der Pilgergemeinschaft, üben Sie sich im achtsamen Gehen und entdecken Sie Neues in einer eigentlich vertrauten Umgebung. Wir treffen uns um 8.30 vor der Jakobuskirche in Tübingen.
Unterwegs wird aus dem Rucksack gevespert, in Tübingen oder Rottenburg gibt es die Möglichkeit, einzukehren.
Beide Wandertage können selbstverständlich auch einzeln gebucht werden. Die Buchung erfolgt ausschließlich über die Volkshochschule Tübingen:
Im Haus St. Elisabeth im Kloster Hegne findet in der diesjährigen Advents- und Weihnachtszeit eine Ausstellung zeitgenössischer Krippen statt. Das Kloster Hegne hat hierzu Künstler angeregt, sich mit dem Weihnachtsgeschehen inhaltlich und ästhetisch auseinander zu setzen. 53 Künstlerinnen und Künstler sind der Einladung gefolgt.
Zeitgleich werden im Stall Teile der Krippensammlung von Bad Imnau gezeigt. Der ehemalige Konvent hat volkstümliche Krippen zusammen getragen, die den heutigen Arbeiten gegenübergestellt werden. Spirituelle, theologische und kunstgeschichtliche Angebot begleiten die Krippenausstellungen.
…und das Wort ist Mensch geworden - Künstlerische Krippenausstellungen
vom 29. November 2009 bis 6. Januar 2010
täglich 10.00 bis 17.00 Uhr
Kloster Hegne
Haus St. Elisabeth
Konradistraße 12
78476 Allensbach-Hegne
Unser Mitglied und Kollegin im Beuroner Pilger-Büro Evamaria Höffer eröffnet am kommenden Sonntag, den 29.11., um 11.00 Uhr die “galerie im grünen haus” in Pfullendorf. Mit dem ersten Advent zieht dort auch ein Pilgerempfang ein, zu dessen Eröffnung die Inhaberin und die Beuroner Jakobspilger-Gemeinschaft herzlich einladen.
Die kleine ‘galerie im grünen haus’ eröffnet mit einer Ausstellung der Überlinger Künstlerin Sabine Braisch. Frau Braisch hat sich durch zahlreiche Ausstellungen im Bodenseegebiet in den letzten Jahren einen Namen gemacht, der für inspirierte leicht verspielte Objekte ebenso steht wie für großformatige Bilder auf Leinwand.
In Zukunft erwartet Evamaria Höffer von Mittwoch bis Samstag von 11 bis 16 Uhr die Besucher im Pilgerempfang zu freundlichen Begegnungen.