Dominikanerinnen in Kloster Zoffingen in Konstanz

750 Jahre ununterbrochenen Wirkens waren für die Dominikanerinnen im Kloster Zoffingen 2007 froher Anlaß zu Jubiläumsfeierlichkeiten. Weder Reformation noch Säkularisation noch Geldmangel brachten die Ordensschwestern zum Aufgeben. Zwischen Bischofssitz, Domkapitel und dem Dominikanerkloster [heute Inselhotel] lebte im 13. Jahrhundert eine kleine Gemeinschaft nach Art der Beghinen an der Stadtmauer der Niederburg und „begab…sich…in die Obhut des Ortsbischofs und nahm…” 1257 die Augustinerregel an. Domscholaster Burkhard von Zofingen schenkte ihnen bald darauf Besitz und Namen. Rund 50 Jahre später wurden die Zoffinger Schwestern den Dominikanern auf der nahen Insel unterstellt.

Marienwallfahrtsort
Große Verehrung in der Bevölkerung genoß die Nachschöpfung des Wallfahrtsbildes von Altötting als “Mutter der heiligen Hoffnung”. Seit seiner feierlichen Übertragung am 24. Oktober 1654 geschahen viele Heilungen, die im Mirakelbuch des Klosters verzeichnet sind. Die Klosterkapelle zog Wallfahrer an, die Zuflucht suchten und Hilfe fanden: „da war auch ein Kind“ heißt es neben vielen anderen Beispielen, „das den grünen Katarr gehabt hat und jedermann meint, das Kind werde sterben; als seine Mutter eine Fahrt zu unserer lieben Frau der Hl. Hoffnung versprochen hat, ist das Kind in zwei Tagen gesund geworden“. Die Schwestern wünschten, dass Wallfahrer heute wieder die heilende Kraft entdeckten, die durch die Kraft des Gnadenbildes wirken kann.
Einen Wandel des kontemplativen Lebens brachte 1774 unter Kaiserin Maria Theresia das Ersuchen, das Kloster Zoffingen möge den Unterricht der Töchter stationierter Garnisonsfamilien übernehmen. Die Klosterfrauen sagten zu und bezogen Konstanzer Mädchen ein. Damit begann eine über 230jährige Erfolgsgeschichte in der Mädchenbildung in einem Geist, der für viele Familien aller Konfessionen in der gesamten Region erhebliche Bedeutung erlangte. Mit zwei Klosterfrauen begann “das Zoffingen” und stellte sich mit Kindergarten, Volks-, Realschule, Progymnasium, Internat, Lehrerinnenseminar den Erfordernissen der jeweiligen Zeit. Mit etwas Wehmut entließen 2005 die letzten zwei Zoffinger Schulschwestern als Schulleiterin und Religionslehrerin die Haupt- und Realschule in staatliche Leitung.
“Gott liebt das Kleine” schreibt die damalige Priorin in der Festschrift. Sie seien “nie ein bedeutsames Kloster” gewesen, “nie gab es hier berühmte oder außergewöhnliche Frauen … nie waren die Werke, die hier geschaffen wurden, von außergewöhnlicher Art. … Worin liegt … der Schlüssel für so ein langes Bestehen? … Gott hat es gefallen, in seinem Garten diese kleine Blume zu haben … und ihr so viel Sonne und Regen zu schenken, wie es ihrem Maß entspricht“. Und sie schaut mit Zuversicht in die Zukunft, “weil Gott … Geschichten zu schreiben vermag und weil Seine Macht größer ist, als wir zu denken gewohnt sind”. Suchende können geistlichen Zuspruch bei der Teilnahme an den Gebetszeiten, in vorher vereinbarten Gesprächen oder bei der Einkehr im “Kloster auf Zeit” finden.

