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Kloster Hegne

Ursprünglich Besitztum des Klosters Reichenau, war das Schloss Hegne Sommersitz der Konstanzer Bischöfe, bis es seine neue Bestimmung fand. Auf einem Gemälde des 17. Jh. im rechten Seitenschiff des Reichenauer Münsters sind die markanten Türme der heutigen Klostermauer zu sehen.

Ein lebendiges Kloster am Rande der Stadt Konstanz ist das Provinzhaus der “Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz” in Hegne. Die Schwestern gehören der franziskanischen Ordensfamilie an und haben ihr Mutterhaus in Ingenbohl am Vierwaldstätter See. Geboren aus der Not, die die Industrialisierung mit ihren tiefgreifenden sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen hervorrief, entstand dieser Orden in der Mitte des 19. Jahrhunderts (1856).
Sein Gründer, der Kapuzinerpater Theodosius Florentini schreibt: “Ich werde Schwestern dorthin senden, wo sie sehnlichst erwartet werden, zu den Armen, den Bildungshungrigen, den Kranken, den Verwahrlosten und Waisen, zu den Fabrikkindern und den Industriearbeitern”. Die Mitgründerin Mutter Maria Theresia Scherer Sel. mit den ersten Schwestern begaben sich mit allem Elan in dieses Abenteuer tätiger Nächstenliebe unter Gottes Wort.

Schon zwei Jahre später, 1858, nahmen Kreuzschwestern in Baden ihre Arbeit auf. In den achtziger Jahren wirkten 240 Barmherzige Schwestern in Baden und Hohenzollern. Für sie erwog Mutter Maria Theresia die Gründung einer Provinz in Baden. Als sie 1886 auf einer Visitationsreise von Singen aus sich Hegne näherte, sagte sie: “Hier sollten wir ein Provinzhaus haben.”
Es war eine besondere Fügung, dass bald danach das Schloßgut Hegne zum Verkauf anstand und somit auf dessen Gelände1895 die Ordensprovinz Hegne gegründet werden konnte.

Der Elan der Ordensfrauen ist ungebrochen. Wenn Silja Walter ihr Mysterienspiel zum 150. Bestehen der Schwesternschaft “Haus der neuen Schöpfung” nennt, hat das nicht nur im franziskanischen Sinn eine tiefe Bedeutung für das Kloster Hegne. Was allein seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts an neuen Häusern entstand, um auch im 21. Jahrhundert in P. Theodosius’ Sinn wirken zu können, ist ein erstaunliches Werk. Das “Marianum”, Zentrum für Bildung und Erziehung, birgt heute fünf Schul- bzw. Ausbildungstypen unter einem Dach. Im “Haus Ulrika” bekamen das Ulrika-Apostolat und der wachsende Pilgerstrom zur selig gesprochenen Schwester Ulrika eine neue, dringend notwendig gewordene Bleibe bzw. Anlaufstelle. Es folgten der Erweiterungsbau des Altenpflegeheims “Maria Hilf” mit Anbau des Wohnbereichs “St. Angelus” für an Demenz erkrankte Menschen und der Neubau des Hauses “St. Elisabeth” als geistliches Bildungshaus und Hotel. Umbaumaßnahmen in bestehenden Gebäuden boten Raum für neue Angebote, zum Beispiel die “Theodosiusstube” für Obdachlose. Ein Neubau für die 2006 gegründete Realschule rundet das Klosterareal nach Osten hin ab.

Um- und Neubauten sakraler Räume bedürften allein einer besonderen Würdigung. Heute stehen Gottesdienstbesuchern oder Stille suchenden Betern neben der Klosterkirche mit ihrem suggestiven Christus-Mosaik und der neu gebauten Krypta, in der seit 1991 die Gebeine der Seligen Schwester Ulrika Nisch liegen, ein Anbetungsraum im Schloß und eine Kapelle im “Haus Elisabeth” offen.
Nicht aller Aktivitäten der Kreuzschwestern kann hier gedacht werden. Genannt sei ihre Sorge für Kinder, Jugendliche und Familien, ihre Achtung vor der Natur, die im Nacheifern des Hl. Franziskus Programm ist, ihr Wirken außerhalb des Klosters unter ihrem Leitwort “In der Kraft des Kreuzes unterwegs”.

Kloster Hegne
Konradistraße 12
78476 Allensbach-Hegne

Quellen:

Ute Pietrzak 19. März 2009; RSS-Feed zu diesem Beitrag. Sie können kommentieren oder einen Trackback auf Ihrer Website einrichten.

3 Reaktionen zu “Kloster Hegne”

  1. Theologe Michael M. P. Wittmann schrieb am 28. Mai 2009 um 21:26 Uhr

    Dem Konvent und der Gemeinschaft der Kreuzschwestern einen herzlichen Gruss aus Riegel am Kaiserstuhl. Natürlich ist es bedenklich, dass die Gemeinschaft in Baden-Württemberg wohl nur noch 333 Schwestern im Durchschnittsalter von 74 (!) Jahren lt. Konradsblatt v. 31-05-09 aufzeigen kann. Die Kongregation muss Wege finden, auf die Jugend zuzugehen und auch Tatsachen real werden lassen, die Schwestern an der Gemeinschaft zu halten. So war es bestimmt etwa sehr schade, dass Sr. Maria Palotti dem Kloster den Rücken kehrte?! Michael M. P. Wittmann

  2. Schlechtziger schrieb am 16. Oktober 2009 um 12:38 Uhr

    Der sog. “Theologe” ist ein Internet-Vielschreiber, der zu allem und jedem seinen Senf hinterläßt. Das er hier ein Forum erhält, ist auch “bestimmt sehr schade”.

  3. Theologe Michael M. P. Wittmann schrieb am 15. Dezember 2009 um 02:16 Uhr

    Nun

    Nun, Herr “Schlechtziger” verkennt wohl die Situation, gleichzeitig jener wohl der ausgetretenen Sr. Maria Palotti aus nicht nachvollziehbaren Gründen “begegnen” möchte. Richtig ist, dass Sr. Maria Palotti, heute wieder Ethel Scherer, in einem kleinen Dorf D. in Hessen lebt und auch zu ehem. Mitschwestern guten Kontakt hat.
    Es sollen hier keine “Steine” in den Weg gelegt werden, zumal sich “Herr Schlechtziger” nicht outet. So ist “nomen etwa omen? Ja, es ist einfach “schlecht”, Aussagen zu promulgieren, welche keine Substanz haben.
    Gerne kann sich Herr “Schlechziger” mit mir und auch Sr. em. Ethel Scherer in kommunikativer Interaktion treffen, dies dann aber auch sachlich und ehrlich.
    Sr. Maria Palotti hat es nicht verdient, jene “aus dritter Hand etwa - schlecht - zu machen. Ist ein “Schlechtziger” etwa auch “schlecht”?. Hoffentlich nicht. —

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