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Segnung der Pilgerherberge St. Nikolaus beim Zweiten Beuroner Jakobspilger-Treffen

Jenseits von marktschreierischem “Hoo Hoo”, überfüllten Taschen und lichtergeketteten Lastzügen beging eine 30-köpfige Pilgergruppe am 6. Dezember das Namensfest des heiligen Nikolaus. Morgens trafen sich Mitglieder und Gäste am Kloster Wald bei Messkirch, von denen einige eine weite Anreise auf sich nahmen. Vielen Dank dafür! Pater Notker Hiegl OSB erteilte den Pilgersegen und sendete die Gruppe auf ihre 17 km lange Wegstrecke aus. Der Benediktiner betonte in seiner Andacht, dass eine Segnung zwar keine Lebensversicherung sei, doch die Bitte um wohlbehaltene Ankunft und Heimkehr biete den Schutz des dreifaltigen Gottes, in dessen Name alle unterwegs sind.

Pater Notker Hiegl sendet die Pilgergruppe aus

Unerschrocken von Schnee und Regen machte sich die die Gruppe die ersten 20 Minuten schweigend auf den Weg. Ziel war die neu errichtete Pilgerherberge in der Furtmühle. Sie liegt 7 km südlich von Pfullendorf am Linzgauer Jakobsweg. In Pfullendorf wurde die Gruppe von Pfarrer Albert Eckstein zum Gebet erwartet. Auch Pfullendorf ist ein traditioneller Pilgerort. Ausdruck findet dies im Patrozinium der Stadtkirche, die dem Reiseheiligen Christophorus und dem Pilgerapostel Jakobus geweiht ist, der auch im Mittelpunkt der mittäglichen Andacht stand.

Die Pilgergruppe bei Großstadelhofen

Nach einem einfachen Pilgermahl und zwei weiteren Stunden in Feld, Wald und Wiese erreichte die Pilgergruppe ihr Ziel, wo rund 20 weitere Gäste und Vertreter der Presse warteten. “Es ging uns gar nicht so sehr darum, unbedingt etwas anderes am Nikolaustag zu machen. Der Pilgertag mit der Segnung der Herberge hat sich durch unsere gegenseitigen Einlassungen gestaltet und ist eine Frucht aus den Bemühungen der letzten Jahre”, betont Bruder Jakobus Kaffanke von der Erzabtei Beuron. Der Geistliche Beirat der kirchlichen Gemeinschaft, Pater Stephan Petzolt OSB, ebenfalls vom Kloster Beuron, leitete die Zeremonie zur Einsegnung der Pilgerherberge.

Pater Stephan Petzolt segnet die Herberge St. Nikolaus

Hierbei traf die Betonung klösterlicher Riten auf die volksfrömmige Rustikalität der Pilgerherberge, die eine ungewöhnliche Begegnung hervorbrachte. Ganz ohne Geschenke musste die Feier trotz ihres nichtkommerziellen Charakters nicht bleiben: Die Beuroner Jakobspilger-Gemeinschaft überreichte Wegschilder und eine bäuerliche Hinterglasmalerei des Heiligen Nikolaus. Weihrauch und Teeduft durchzogen dann auch die Räume, als das Vesperbuffet eröffnet wurde. Pilgertag und Segnung waren eine gemeinsame Initiative der Beuroner Jakobspilger-Gemeinschaft und den Pädagogen Evamaria und Claus Höffer, die in der Furtmühle leben. Die Frage nach der Motivation, die Pilgerherberge dem Bischof von Myra zuzueignen, beantwortet Herbergsmutter Evamaria Höffer: “Die Furtmühle ist nicht nur Pilgerherberge, sondern vorwiegend Lebensraum für Kinder und junge Menschen, die durch die Jugendhilfe auf unserem Tierbauernhof unterstützt werden. Nikolaus von Myra ist ja Patron der Kinder. Weniger bekannt sind hingegen seine Patronate beispielsweise der Müller, der Schüler, der Steinmetze und Bauern. Und er ist auch einer der Pilgerpatrone. Bei so vielen Gemeinsamkeiten hat es sich förmlich aufgedrängt, die Herberge dem Geist des Heiligen Nikolaus zu überantworten.”

Stefan Blanz 16. Dezember 2008; RSS-Feed zu diesem Beitrag. Sie können kommentieren oder einen Trackback auf Ihrer Website einrichten.

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