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Buchbesprechung: Werner Gross/Wolfgang Urban: Suevia Sancta

Schwäbische Glaubenszeugen

Umschlag: Suevia Sancta

Das Heilige Schwaben, wie es durch die hiesigen Lebensstationen seiner Verehrten umspannt wird, umfasst in etwa den Wirkungssraum des 1821 aufgelösten Bistums Konstanz, auch wenn es unter den Dargestellten Menschen gibt, die “nur” durch ihre Verehrung einen Platz in diesem Landstrich gefunden haben. In 57 Lebensbildern zeichnen die Autoren diese Biografien nach und betten sie in die jeweils herrschenden geschichtlichen Situationen ein.

Wer als Jakobspilger von oder über Tübingen die Via Beuronensis nach Konstanz und weiter nach Einsiedeln geht, begegnet einigen dieser besonderen Menschen an den Stationen seines Weges. Namentlich handelt es sich neben dem Rottenburg-Stuttgarter Diözesanpatron Martin von Tours um Carlo Steeb, Rupert Mayer, Meinrad von Sülchen, Marcellus Higi, Adalbert Graf von Neipperg, Fidelis von Sigmaringen, Heinrich Seuse, Ulrika Nisch, Pirmin, Hermann der Lahme, Konrad und Gebhard sowie die überall gegenwärtige Muttergottes Maria, zugleich Patronin der Erzdiözese Freiburg. Schon alleine die Lebensdaten der hier Aufgeführten zeigen, dass die Vorbildlichkeit christlichen Wirkens kein Privileg der Vergangenheit darstellt. Das Leben dieser Menschen wirkt bis in die Gegenwart und bei vielen auch perspektivisch in die Zukunft. Heilig oder selig sind die meisten der dargestellten Glaubenszeugen, faszinierend ist jedoch die Vielgestaltigkeit ihres Rufes. Man findet Gelehrte neben Nothelfern, Missionare neben Einsiedlern, Ordenschristen neben Kindern, Küchenhilfen neben Mystikern. Beachtenswert ist das Engagement für die Märtyrer des 20. Jahrhunderts, obwohl bei vielen von ihnen noch kein Seligsprechungsverfahren eingeleitet wurde.

Den Autoren Werner Gross und Wolfgang Urban gelingt es nicht nur, eine große Lücke biographisch-regionaler Kirchenhistorie zu schließen. Sie finden den besonderen Ton, in dem die beinahe unglaubliche Synthese aus aufgeklärter Geschichtswissenschaft und christlicher Bindung gelingt. Die Leser/innen und Pilger/innen sind eingeladen, an der örtlich geprägten Verehrung dieser Christen teil zu nehmen. Die Brücken bildende Sprache der Autoren bietet eine unprätentiöse Vorbereitungsmöglichkeit, sich den Glaubenszeugen entlang der Via Beuronensis und im gesamten schwäbischen Sprachraum anzunähern. Das Buch nimmt einiges von der Distanz, die eine zunehmend säkularisierte Welt zu seinen Orientierung stiftenden Leitfiguren aufgebaut hat. Allerdings ist es wegen des Gewichtes nicht als Begleiter für Fernpilger geeignet und sollte deshalb im Vorfeld gelesen werden.

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Stefan Blanz 16. Januar 2008; RSS-Feed zu diesem Beitrag. Sie können kommentieren oder einen Trackback auf Ihrer Website einrichten.

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