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Die Pilgerherberge St. Nikolaus wird dieses Jahr am 6. Dezember wieder Ziel einer Pilgerei sein. Unter dem Motto: “Jakobus trifft Nikolaus” laden das Familienzentrum Furtmühle und die Beuroner Jakopbspilger-Gemeinschaft wieder zum besinnlichen Wandern mit Gebet ein. Der Tag beginnt um 8.30 Uhr in der Klosterkirche in Wald, wo Pfarrer Maurer zur Begrüßung eine kleine Andacht hält und den Aussendungssegen erteilt.
Beim Nikolauspilgern 2008
Schweigend beginnt der Weg Richtung Pfullendorf, wo es einen Pilgerempfang in der neu eröffneten Abteilung des Beuroner Pilger-Büros in der galerie im grünen haus in der Postgasse 12 gibt. Nach einer kleinen Stärkung führt der Weg weiter zur Pilgerherberge St. Nikolaus im Familienzentrum Furtmühle, wo Bruder Jakobus Kaffanke und Schwester Nikola Richter den Jahressegen für Haus und Hof erteilen. Für das leibliche Wohl wird ebenso gesorgt sein wie für Rückfahrmöglichkeiten nach Pfullendorf oder zum Kloster Wald. Um Erscheinen und Anmeldung unter kontakt@via-beuronensis.de oder 07466 / 92 74 12 wird freundlich gebeten.

In der neuen Buchreihe Beuroner Forum erscheinen erstmals gesammelte Themen des monastischen, liturgischen und kulturellen Lebens in der Erzabtei Beuron. Das Beuroner Forum erscheint jährlich, erstmals für das Jahr 2008. Herausgeber der Reihe sind Stefan Blanz M.A., Dr. Peter Häger und Br. Jakobus Kaffanke OSB, Mitglied des Beuroner Konvents. In Zeitzeugnissen, Beiträgen, Betrachtungen und Dokumentationen wird dem Leser ein breites Spektrum des geistigen Lebens in der Erzabtei Beuron und darüber hinaus vermittelt. Angesprochen sind Freunde, Gönner, Ordensleute, Pilger, Wallfahrer, Gottesdienstbesucher und alle, die an spirituellem Leben in und um Beuron interessiert sind.
In diesem ersten Band wird unter der Rubrik „Zeitzeugnis“ ein unveröffentlichter Beitrag aus dem Beuroner Klosterarchiv dargeboten. Es folgen Beiträge, die vorrangig als Vorträge im Rahmen des Geistlichen Treffpunkts Kloster Beuron gehalten wurden, so z.B. „Die Weihnachtsgeschichte im Koran“ des Tübinger Theologen und Literaturwissenschaftlers Karl-Josef Kuschel und „Die Geschichte der Staufer und der Mythos des ‚Geheimen Deutschland’ “ des Freiburger Mediävisten Prof. Dr. Thomas Zotz. Zusätzlich werden die Vorträge der 17. Beuroner Tage für Fragen der Wirtschaftsethik von Dr. Petra Sonne-Neubacher, Dr. Klaus Bockslaff und Prof. Dr. Christian-Rainer Weisbach zum Thema „Macht Geld süchtig?“ veröffentlicht. Ausgewählte Predigten, die von P. Hugo Eymann, P. Martin Kreuzburg, P. Stephan Petzolt und P. Benedikt Schwank in der Abteikirche gehalten wurden, finden sich ebenso unter den geistlichen Texten wie die Bildbetrachtung von Angelika Sirch, eine Meditation von Bruder Jakobus Kaffanke oder der Vernissagevortrag der Beuroner Sommerausstellung von Prof. Dr. Hubert Krins. Der letzte Teil des Bandes enthält Dokumentationen und Berichte über Jahresereignisse, Mitteilungen sowie Buchbesprechungen. Zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos unterstützen eindrücklich die Texte. Somit liegt mit diesem ersten Band des Beuroner Forum ein Werk vor, das den Lesern eine empfehlenswerte Vielschichtigkeit bietet.
Das Buch kann zum Preis von 19,90 Euro zzgl. 1,80 Euro Versandkosten bei uns bestellt werden. Bitte geben Sie uns Ihre Anschrift an, sie erhalten mit der Zusendung eine Rechnung. Nutzen Sie für Ihre Bestellung bitte unser Kontaktformular.
Stefan Blanz, Peter Häger, Jakobus Kaffanke OSB (Hg.)
Beuroner Forum 2008
Kulturelles, monastisches und liturgisches Leben in der Erzabtei St. Martin zu Beuron
Münster 2009, 240 S., 49 SW-Abb.
19.90 €

Ursprünglich Besitztum des Klosters Reichenau, war das Schloss Hegne Sommersitz der Konstanzer Bischöfe, bis es seine neue Bestimmung fand. Auf einem Gemälde des 17. Jh. im rechten Seitenschiff des Reichenauer Münsters sind die markanten Türme der heutigen Klostermauer zu sehen.

Ein lebendiges Kloster am Rande der Stadt Konstanz ist das Provinzhaus der “Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz” in Hegne. Die Schwestern gehören der franziskanischen Ordensfamilie an und haben ihr Mutterhaus in Ingenbohl am Vierwaldstätter See. Geboren aus der Not, die die Industrialisierung mit ihren tiefgreifenden sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen hervorrief, entstand dieser Orden in der Mitte des 19. Jahrhunderts (1856).
Sein Gründer, der Kapuzinerpater Theodosius Florentini schreibt: “Ich werde Schwestern dorthin senden, wo sie sehnlichst erwartet werden, zu den Armen, den Bildungshungrigen, den Kranken, den Verwahrlosten und Waisen, zu den Fabrikkindern und den Industriearbeitern”. Die Mitgründerin Mutter Maria Theresia Scherer Sel. mit den ersten Schwestern begaben sich mit allem Elan in dieses Abenteuer tätiger Nächstenliebe unter Gottes Wort.
Schon zwei Jahre später, 1858, nahmen Kreuzschwestern in Baden ihre Arbeit auf. In den achtziger Jahren wirkten 240 Barmherzige Schwestern in Baden und Hohenzollern. Für sie erwog Mutter Maria Theresia die Gründung einer Provinz in Baden. Als sie 1886 auf einer Visitationsreise von Singen aus sich Hegne näherte, sagte sie: “Hier sollten wir ein Provinzhaus haben.”
Es war eine besondere Fügung, dass bald danach das Schloßgut Hegne zum Verkauf anstand und somit auf dessen Gelände1895 die Ordensprovinz Hegne gegründet werden konnte.
Der Elan der Ordensfrauen ist ungebrochen. Wenn Silja Walter ihr Mysterienspiel zum 150. Bestehen der Schwesternschaft “Haus der neuen Schöpfung” nennt, hat das nicht nur im franziskanischen Sinn eine tiefe Bedeutung für das Kloster Hegne. Was allein seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts an neuen Häusern entstand, um auch im 21. Jahrhundert in P. Theodosius’ Sinn wirken zu können, ist ein erstaunliches Werk. Das “Marianum”, Zentrum für Bildung und Erziehung, birgt heute fünf Schul- bzw. Ausbildungstypen unter einem Dach. Im “Haus Ulrika” bekamen das Ulrika-Apostolat und der wachsende Pilgerstrom zur selig gesprochenen Schwester Ulrika eine neue, dringend notwendig gewordene Bleibe bzw. Anlaufstelle. Es folgten der Erweiterungsbau des Altenpflegeheims “Maria Hilf” mit Anbau des Wohnbereichs “St. Angelus” für an Demenz erkrankte Menschen und der Neubau des Hauses “St. Elisabeth” als geistliches Bildungshaus und Hotel. Umbaumaßnahmen in bestehenden Gebäuden boten Raum für neue Angebote, zum Beispiel die “Theodosiusstube” für Obdachlose. Ein Neubau für die 2006 gegründete Realschule rundet das Klosterareal nach Osten hin ab.

Um- und Neubauten sakraler Räume bedürften allein einer besonderen Würdigung. Heute stehen Gottesdienstbesuchern oder Stille suchenden Betern neben der Klosterkirche mit ihrem suggestiven Christus-Mosaik und der neu gebauten Krypta, in der seit 1991 die Gebeine der Seligen Schwester Ulrika Nisch liegen, ein Anbetungsraum im Schloß und eine Kapelle im “Haus Elisabeth” offen.
Nicht aller Aktivitäten der Kreuzschwestern kann hier gedacht werden. Genannt sei ihre Sorge für Kinder, Jugendliche und Familien, ihre Achtung vor der Natur, die im Nacheifern des Hl. Franziskus Programm ist, ihr Wirken außerhalb des Klosters unter ihrem Leitwort “In der Kraft des Kreuzes unterwegs”.
Kloster Hegne
Konradistraße 12
78476 Allensbach-Hegne
Quellen:
- Sr. Hedwig OSB – Silja Walter „Haus der neuen Schöpfung“ Hrsg. Kloster Ingenbohl
- HEGNE DORF SCHLOSS KLOSTER Hrsg. Hegner Kulturverein 2003
- HEGNE EINST UND HEUTE Hrsg. Hegner Kulturverein 2007
- Fotos: Kloster Hegne
Allensbach war reichenauischer Stapel- und Lagerplatz, wichtigste Verbindung der Klosterinsel zum Festland. Möchte man einen Abstecher auf die Insel machen, ist das von Karfreitag bis Anfang Oktober von der Schiffslände aus möglich. Auf der Insel fährt stündlich ein Bus, zusätzlich gibt es zwischen Ostern und Oktober einen Inselbus, der die Sehenswürdigkeiten anfährt…. Kompletten Beitrag lesen

Pilgerausweis
Immer wieder erreicht uns die Frage, was es mit dem roten Kreuz auf sich hat, das sich auf dem Pilgerausweis, den Prospekten oder dem Pilgerbrief der Beuroner Jakobspilger-, Gemeinschaft befindet. Manchmal wird auch nach dem Schwert gefragt. Das ist nicht falsch. Bei dem etwas martialisch aussehenden Kreuz handelt es sich um das Jakobskreuz. Es ist ein dem Apostel Jakobus dem Großen zugeeignetes Christussymbol. Andere bekannte Kreuze sind das Tau, das Franziskuskreuz, das Andreaskreuz oder das Benediktskreuz. Die Form des Jakobskreuzes lässt sich so charakterisieren, dass der untere Arm des Kreuzes immer zugespitzt ist. Die anderen drei Arme formen sich aus stilisierten heraldischen Lilien.

Ursprünglich war es das Ordenszeichen des spanischen Ordens zum Heiligen Jakob vom Schwert oder kurz Santiagoorden genannt. Die Aufgabe dieses Ritterordens bestand darin, die Pilger nach Santiago zu begleiten und zu schützen. Vermutlich wurde das Jakobskreuz von König Ramiro II. von Aragon (1134 bis 1137) gestiftet und 1175 durch Papst Alexander III. angenommen. Mit der Referenz auf Christus verbunden ist auch der Apostel Jakobus als Volksheiliger der Spanier, der als Helfer bei der Reconquista, dem Zurückdrängen der Moslems aus Europa, angerufen wurde. Nebenstehendes Bild zeigt im Vordergrund einen der Großmeister des Santiagoordens (Alvaro de Luna) mit dem Jakobskreuz auf dem Habit.
Raphael Walzer OSB, Erzabt von Beuron, 1918-1937

Nach langem Anlauf ist es den Herausgebern Bruder Jakobus Kaffanke und Joachim Köhler gelungen, eine erste Aufsatzsammlung zu Raphael Walzer vorzulegen. Er war der vierte Erzabt des Benediktinerklosters Beuron im Oberen Donautal. Noch nicht 30jährig wurde er mit päpstlicher Dispens im Kriegsjahr 1918 in das Amt des Kloster- und Kongregationsregenten gewählt. Das Amtsmotto Erzabt Raphaels “Mehr nützen als herrschen!” ist zugleich der Titel des kirchengeschichtlichen Buches. Nicht nur aufgrund seiner Jugend geriet er in den knapp 20 Jahren seines Abbatiates in die Wirren der 20er und 30er Jahre. Erzabt Raphael legte 1937 vor dem Hintergrund seiner konsequenten Ablehnung des Nationalsozialismus, machtorientierter Intrigen und zum Schutze der Beuroner Mönchsgemeinschaft sein Amt nieder. Sein weiterer Weg führte ihn in die Emigration und durch weite Teile der Welt. Trotz und gerade wegen der schwierigen Quellenlage werden die Forscher nicht müde zu betonen, dass sie ihre Arbeit als einen Anfang verstanden wissen wollen, der hoffentlich von jungen Forschern und Autoren aufgegriffen und fortgeschrieben wird.
Es kann jedoch weder in diesem Buch noch in zukünftigen Publikationen über Erzabt Walzer bei der Aufklärung der tragischen Umstände seines Amtsverzichtes bleiben. Das Wirken Erzabt Walzers ist für Kirche, Deutschland und Europa bis heute von Tragweite. Er gründete Klöster, beispielsweise in Württemberg Kellenried und Weingarten oder in der Ferne Tonogaoka/Japan und Tlemcen/Algerien. Auch die Abtei Neuburg bei Heidelberg, in der Raphael Walzer die letzten Monate seines Lebens verbrachte, gehört zu seinen Wiederbelebungen. Nach Erlangung der französischen Staatsbürgerschaft war er der erste Gründer eines Kriegsgefangenenseminars für Theologen in Rivet/Algerien.
Die Bedeutung Erzabt Raphaels spiegelt sich auch in seinen wichtigsten Begegnungen. Er war der spirituelle Begleiter von Edith Stein und auch derjenige Priester, der dem Einkleidungsgottesdienst zur Schwester Theresia Benedicta a Cruce nach ihrem Eintritt in den Kölner Karmel vorsaß. Auch der Rottenburger Eugen Bolz, Staatspräsident von Württemberg, fand in Walzers Beuron nicht nur den Ort seiner Hochzeit mit Maria Hoeneß, sondern auch geschützten Rückzug nach seiner Haft im Konzentrationslager. Trotz des wissenschaftlichen Charakters des Buches können die Leser in diesem Buch das Lebensbild eines standhaften und beharrlichen Christen nachzeichnen, der immer auf Augenhöhe mit seiner Zeit war, die Verhältnisse klar zu interpretieren wusste und der seinem Auftrag als Mönch zeitlebens treu blieb. Eine Heimkehr nach Beuron blieb ihm zeitlebens versagt, erst sein Tod führte ihn zurück in die Krypta der Abteikirche. Zahlreiche Fotografien und ein umfangreiches Personen-, Orts- und Sachregister ergänzen die biographische Studie.
Das Buch ist in der Beuroner Klosterbuchhandlung erhältlich, Telefon 07466/17-157.
Jakobus Kaffanke OSB, Joachim Köhler (Hg.)
Mehr nützen als herrschen!
Raphael Walzer OSB, Erzabt von Beuron, 1918 - 1937
Beiträge zu Theologie, Kirche und Gesellschaft im 20. Jahrhundert, Band 17
LIT, Münster, 2008
Broschiert, 421 S. zahlreiche SW-Abbildungen
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