Zur Navigation
zum Login-Formular

Alle Beiträge zum Stichwort Persönlichkeiten

Heimerad von Meßkirch

Heimrad von Messkirch Statue mit einer Darstellung des heiligen Heimerad (o.a.: Heimo, Haimrad) in der St. Martins-Kirche in Meßkirch; der Stab mit Jerusalemkreuz erinnert an seine Pilgerreisen. Einen Hahn hat er der Legende nach wieder zum Leben erweckt, weil er Mitleid mit dessen Besitzer hatte.

Die Würdigung des heiligen Heimerad (* um 970 in Meßkirch; † 28. Juni 1019 auf dem Hasunger Berg bei Kassel) hat in den letzten Jahren einen neuerlichen Aufschwung erfahren, nachdem der erste Höhepunkt in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts abgeebbt war. Das ist insofern bemerkenswert, als seine Lebensweise und sein Erscheinungsbild für heutige wie für damalige Verhältnisse ungewöhnlich war und den meisten von uns wie ein Zeichen aus der Fremde erscheint. Das ist kein Zufall, denn sein Pilgerleben löste unter sesshaften und in gemeinschaftlichen Regeln lebenden Menschen Argwohn, Ablehnung, körperliche Misshandlung und Vertreibung aus. Bauern, Pfarrer, Mönche und ein Bischof reihten sich gleichermaßen am Rande seines Lebensweg, um ihm Schmähungen zukommen zu lassen. Heute würden viele abfällig sagen:

“Ein Penner!”

Doch er war nicht obdachlos aus Not, Verzweiflung, Strafe oder Schuld. Er besaß ein Pferd und Bücher, was in damaliger Zeit eine wohlhabende Herkunft bedeutete. 450 Jahre vor Johannes Gutenbergs erstem Buchdruck waren Bücher sehr aufwändig herzustellen und entsprechend wertvoll. Er kam aus adliger Familie und war Priester und brauchte Bücher mit Gebeten und Messtexten für seinen Lebensweg. Unvorstellbar, dass seine Peiniger es wagten, seine Bücher zu zerstören. Seine Gelübde wählte er bereits auf seine Berufung hin. Zu diesem Weg der radikalen Nachfolge Christi gehörte:

  • sich von äußerlichen Formen abzuwenden, um nicht in Gefahr der Glaubenserstarrung zu geraten.
  • uneingeschränkte Hingabe an das (Stunden-)Gebet und Gottesdienst
  • die Familie zu verlassen, um den Weg zu Gott zu gehen, ohne sich umdrehen zu können.
  • Armut zu leben, um an der Barmherzigkeit Gottes in Begegnungen mit guten Menschen teil zu haben.
  • die Sesshaftigkeit aufzugeben, um in den Bedürftigen Christus zu erkennen.
  • Schmähungen als freudvolles Geschenk Gottes und Teilhabe am Leiden Christi zu erfahren
  • das Wort Gottes zu leben, um glaubwürdig predigen und handeln zu können.

Pilgerreisen unternahm er in Deutschland, sein Weg führte ihn nach Rom und er pilgerte ins Heilige Land, um seine Seele zu reinigen und zu läutern. Er wurde also ein ganz und gar innerlich Glaubender.

“Herr Heimo, der heilige Narr!”

Zurück in Deutschland gründete er auf dem Hasunger Berg eine Einsiedelei, wo ihn bald Menschen um Rat aufsuchten und er - nachdem auch von den kirchlichen Führern seine Heiligkeit erkannt wurde - trotz seiner Eigenarten zu einem hochverehrten Geistlichen wurde. Nach einem Leben im Gebet und Wundern, Ekstasen und Visionen starb er auch in seiner Klause, die nach seinem Tod zum meistbesuchten Wallfahrtsort seiner Zeit wurde. Dort wurde auch das Kloster Hasungen gegründet, wo sich weiterhin zhalreihe Wunder und Heilungen ereigneten. Auch wenn er nie den Jakobsweg nach Santiago gelaufen ist und nicht so berühmt ist wie die typischen Reise-Patrone Jakobus, Jodok, Rochus, Birgitta oder Nikolaus, so ist er doch auch ein Pilgerheiliger, dessen Berufung uns ein Beispiel füe einen Lebenswandel unter der Führung des Evangeliums schenkt. Er ist wohl vor allen jenen ein Begleiter, die das gute Leben jenseits von Wohlstand, Ansehen und Ruhm zum Gelingen führen. Sein Gedenktag ist der 27. Juni.

Heimerad im Internet

Ausstellung: P. Gregor Sorger OSB. Mönch - Missionar - Märtyrer

Pater Gregor Sorger. Mönch - Missionar - Märtyrer

Am kommenden Sonntag eröffnet die Erzabtei Beuron eine Ausstellung über den Beuroner Pater Gregor Sorger, der nach 12-jähriger Missionstätigkeit in kommunistischer Gefangenschaft mit insgesamt 37 weiteren Missionsbenediktinern das Martyrium erlitt. Die Ausstellung zeigt den Lebensweg von P. Gregor und seiner Gefährten in teilweise bisher unveröffentlichten Zeugnissen und Dokumenten.

Eröffnung der Ausstellung ist am 21. März um 16.00 Uhr im Festsaal der Erzabtei. Es sprechen Erzabt Theodor Hogg und Stefan Blanz M.A.. Der Eingang ist am Pfortenplatz, der Eintritt ist frei. Anschließend findet eine Begehung statt. Die Ausstellung ist bis zum 30. Mai täglich geöffnet von 8 bis 11 und von 14-17 Uhr.

St. Meinrad (Meginrat)

neogotische Skulptur Der heilige Meinrad im Altar der Pfarrkirche von Vilsingen

Wer sich von Tübingen auf dem Jakobsweg Richtung Konstanz und weiter zum Kloster Maria Einsiedeln auf den Weg macht, bewegt sich zugleich entlang der Lebensstationen des Hl. Meinrad (* um 797 in Sülchen; † 21. Januar 861 in Einsiedeln). Der Weg von Rottenburg bis in die Benediktinerabtei könnte eigentlich auch Meinradsweg genannt werden.

Meinrad von Sülchen

Sein namensgebender Geburtsort Sülchen bzw. das Sülchgau ist lokal im wesentlichen das Gebiet der heutigen Stadt Rottenburg. Erhalten geblieben ist diese Bezeichnung in der Sülchenkirche, der Grablege der Rottenburger Bischöfe. Auch das noch junge St. Meinrad Gymnasium in Rottenburg erinnert an den heiligen Benediktiner und seinen späteren Beruf als Lehrer. Er selbst verliert Familie und Heimatregion früh.

Meinrad von Reichenau

Als etwa Fünfjährigen bringt ihn sein Vater in die Klosterschule auf der Reichenau. Nach seiner Schulzeit studiert er die Heilige Schrift und wird mit 25 Jahren zum Priester geweiht. Auf Anraten seines Onkels, dem Abt Erlebald, tritt er ins Kloster Reichenau ein und legt die Profess ab. Sein Abt schickt ihn in das Priorat Benken am Zürichsee, wo er an der Klosterschule unterrichtet. Doch sein Bedürfnis nach Einsamkeit und Gebet lässt ihn zunehmend an einen Gang in eine Einsiedelei denken. Nach reiflicher Prüfung und mit der Erlaubnis seiner Oberen gründet er auf der anderen Seite des Sees, auf dem Etzelpass, seine erste Klause. Schnell erkennen die Menschen seine geistlichen Fähigkeiten und suchen seinen Rat. Daneben versorgt er Bedürftige.

Du gehst durch die Wüste in deiner Hütte,
hast Himmel und Meer in ihr eingefangen.
Heiliger Meinrad,
du bist in die Mitte,
in Ursprung und Ziel allen Seins eingegangen,
Gott, dem Dreieinen, zu Lob und Preis.

Von Sternen und Winden lernst Du das Rauschen
auf Himmel und Meer, die im Innern sangen.
Gott wohnt ja immer
im heimlichen Rauschen.
So hast du im Schweigen die Weisung empfangen,
Ihm, dem Dreieinen, zu Lob und Preis.

Du bist, an den stetn Tod hingegeben,
durch Himmel, durchs Meer dunklen Leids gegangen.
heute umbraust ein Geläut’
und ein Leben dein Grab,
wo sie Jahre und Zeiten durchdrangen,
Gott, dem Dreieinen, zu Lob und Preis. Amen.

Hymnus aus der Abtei Münsterschwarzach

Meinrad von Einsiedeln

Doch durch diesen Erfolg gerät sein Ziel, verstärkt für Gebet und Schriftlesung zu leben, ins Hintertreffen. Er zieht sich noch weiter zurück in den Finsterwald, wo er am Rande einer Lichtung seine zweite Einsiedelei errichtet. Sie ist schwerer zugänglich, so dass die Zahl seiner Gäste und sein Gebetsleben nicht in dem Maße in Konflikt gerät wie auf dem Etzel. Sein geistliches Leben ist geprägt von strenger Askese nach dem Vorbild der alten Wüstenmönche. Seine Abgeschiedenheit ist für den weltlichen und kirchlichen Zeitgeist gleichermaßen ungewöhnlich. Dennoch strahlt sein Leben zurück in die Welt. Sowohl in die Ratsuchenden und Hilfsbedüftigen als auch in sein Professkloster auf der Reichenau.

Holzschnitt: Ermordung Meinrads

Sein Gleichmut gegenüber Eigentum verhindert nicht, dass er viele Geschenke erhält. Gerüchte über Schätze in seiner Klause entstehen. Nach 26 Jahren in der Einsamkeit suchen ihn der Legende nach am 21. Januar 861 trotz der unwirtlichen Jahreszeit zwei Männer auf. Er durchschaut sie, bewirtet sie dennoch und wehrt sich nicht. Sie erschlagen ihn aus Habgier.

Klosterwappen Maria Einsiedeln

Eine Keule als Attribut erinnert an seine Ermordung. Doch die Mörder kommen nicht davon. Meinrad lebt mit Raben in seiner Einsiedelei. Zwei von ihnen folgen den Schuldigen, bis sie erkannt, verhaftet und zum Tode verurteilt werden. Daran erinnern bis heute die Raben im Wappen von Kloster und Stadt Einsiedeln. Das Wirken des Heiligen Meinrad führte an der Stelle seiner Einsiedelei zur Gründung des Klosters Maria Einsiedeln. An seinem Todestag wird sein Gedenken gefeiert.

Lesetipps

Zwei Pilgertage mit Abgeordneten

Kompletten Beitrag lesen

Ausstellung “Kunst im Kloster heute” in Beuron

18. Juli 2009 16:00 bis 1. November 2009 17:00

Nonne in einer Gruppe von Keramikfiguren Sr. Christophora Janssen stellt ihre Gruppe “Suchende” vor.

Noch bis 1. November zeigt die Erzabtei Beuron vor und in der Klosterpforte Werke von Bruder Joseph Belling OSB vom Kloster Maria Laach und von Sr. Christophora Janssen OSB aus der Abtei St. Hildegard in Eibingen. Beide Künstler stellen ihre Kunst in den Dienst des Glaubens und beweisen auf ihre persönliche Art die Lebendigkeit biblischer Motive in unserer Zeit. Interessierte sind herzlich eingeladen zu einem Besuch. Die Ausstellung ist täglich zwischen 8:00 und 11:00 Uhr sowie zwischen 14:00 und 17:00 Uhr geöffnet. Bruder Siegfried Studer OSB macht auf Wunsch Führungen durch die Ausstellung. Anmeldung bitte an der Klosterpforte unter 07466 / 170.

Buchbesprechung: Andrea Bachmann: Wallfahrtsorte zwischen Neckar und Bodensee

Kompletten Beitrag lesen

Buchbesprechung: Jakobus Kaffanke OSB, Joachim Köhler (Hg.): Mehr nützen als herrschen!

Raphael Walzer OSB, Erzabt von Beuron, 1918-1937

Raphael Walzer

Nach langem Anlauf ist es den Herausgebern Bruder Jakobus Kaffanke und Joachim Köhler gelungen, eine erste Aufsatzsammlung zu Raphael Walzer vorzulegen. Er war der vierte Erzabt des Benediktinerklosters Beuron im Oberen Donautal. Noch nicht 30jährig wurde er mit päpstlicher Dispens im Kriegsjahr 1918 in das Amt des Kloster- und Kongregationsregenten gewählt. Das Amtsmotto Erzabt Raphaels “Mehr nützen als herrschen!” ist zugleich der Titel des kirchengeschichtlichen Buches. Nicht nur aufgrund seiner Jugend geriet er in den knapp 20 Jahren seines Abbatiates in die Wirren der 20er und 30er Jahre. Erzabt Raphael legte 1937 vor dem Hintergrund seiner konsequenten Ablehnung des Nationalsozialismus, machtorientierter Intrigen und zum Schutze der Beuroner Mönchsgemeinschaft sein Amt nieder. Sein weiterer Weg führte ihn in die Emigration und durch weite Teile der Welt. Trotz und gerade wegen der schwierigen Quellenlage werden die Forscher nicht müde zu betonen, dass sie ihre Arbeit als einen Anfang verstanden wissen wollen, der hoffentlich von jungen Forschern und Autoren aufgegriffen und fortgeschrieben wird.

Es kann jedoch weder in diesem Buch noch in zukünftigen Publikationen über Erzabt Walzer bei der Aufklärung der tragischen Umstände seines Amtsverzichtes bleiben. Das Wirken Erzabt Walzers ist für Kirche, Deutschland und Europa bis heute von Tragweite. Er gründete Klöster, beispielsweise in Württemberg Kellenried und Weingarten oder in der Ferne Tonogaoka/Japan und Tlemcen/Algerien. Auch die Abtei Neuburg bei Heidelberg, in der Raphael Walzer die letzten Monate seines Lebens verbrachte, gehört zu seinen Wiederbelebungen. Nach Erlangung der französischen Staatsbürgerschaft war er der erste Gründer eines Kriegsgefangenenseminars für Theologen in Rivet/Algerien.

Die Bedeutung Erzabt Raphaels spiegelt sich auch in seinen wichtigsten Begegnungen. Er war der spirituelle Begleiter von Edith Stein und auch derjenige Priester, der dem Einkleidungsgottesdienst zur Schwester Theresia Benedicta a Cruce nach ihrem Eintritt in den Kölner Karmel vorsaß. Auch der Rottenburger Eugen Bolz, Staatspräsident von Württemberg, fand in Walzers Beuron nicht nur den Ort seiner Hochzeit mit Maria Hoeneß, sondern auch geschützten Rückzug nach seiner Haft im Konzentrationslager. Trotz des wissenschaftlichen Charakters des Buches können die Leser in diesem Buch das Lebensbild eines standhaften und beharrlichen Christen nachzeichnen, der immer auf Augenhöhe mit seiner Zeit war, die Verhältnisse klar zu interpretieren wusste und der seinem Auftrag als Mönch zeitlebens treu blieb. Eine Heimkehr nach Beuron blieb ihm zeitlebens versagt, erst sein Tod führte ihn zurück in die Krypta der Abteikirche. Zahlreiche Fotografien und ein umfangreiches Personen-, Orts- und Sachregister ergänzen die biographische Studie.

Das Buch ist in der Beuroner Klosterbuchhandlung erhältlich, Telefon 07466/17-157.

Jakobus Kaffanke OSB, Joachim Köhler (Hg.)
Mehr nützen als herrschen!
Raphael Walzer OSB, Erzabt von Beuron, 1918 - 1937
Beiträge zu Theologie, Kirche und Gesellschaft im 20. Jahrhundert, Band 17
LIT, Münster, 2008
Broschiert, 421 S. zahlreiche SW-Abbildungen

Gedenkakademie und Buch über Placidus Wolter

28. September 2008 16:00 bis 18:00

Kompletten Beitrag lesen

Der andere Weg: Bernhards Buch

Heute möchten wir Ihnen Bernhard, den “Pilger vom Bodensee” vorstellen. Bernhard ist 2007 in mittelalterlicher Pilgerkluft von Konstanz nach Santiago gepilgert. Unterwegs hat er seinen Unterhalt durch das Spiel seiner Mandoline verdient. Nun möchte er trotz seiner Mittellosigkeit seine Erlebnisse in einem Buch niederschrieben. Zu diesem Zweck hat er die Erzabtei St. Martin zu Beuron um Gastrecht gebeten. Seit nunmehr drei Wochen schreibt er zuverlässig und engagiert an seinem Manusskript. Bitten um Unterstützung haben ein gebrauchtes Laptop, Sachspenden sowie 150 Euro an Spendengeldern für die Finanzierung seines Aufenthaltes gebracht. Auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön und Vergelt’s Gott an alle Helfenden. Er hat uns nun gebeten - verbunden mit seinem Dank - die ersten Manusskriptseiten an dieser Stelle zu veröffentlichen. Lesen Sie einen Ausschnitt des Manusskriptes. Wer weiterhin helfen möchte, möge bitte spenden. Bitte das Stichwort “Bernhard” angeben”.

Pilgerherberge Frommenhausen

Kompletten Beitrag lesen

Buchtipp: Umschlag Fredy Meyer Buch